Okt 6 / Metti

Qype: Fluch oder Segen

Oft stolpere ich bei meinen Recherchen zu aktuellen Gastro-Marketing-Trends über sehr interessante Artikel, bei denen ich meistens spontan sowas denke wie „Whow, das wäre auch was für die bei menümix aktiven Gastronomen und unsere Blog-Leser!“. Ich möchte euch diese Inhalte deshalb in Zukunft nicht mehr vorenthalten und werde sie – wenn ich darf – hier veröffentlichen. Den Anfang macht ein Beitrag von Dominik Böcker, der sich mit dem Umgang von Gastronomen mit Bewertungen bei Online-Branchebüchern befasst – und das am konkreten Beispiel des bekannten Portals Qype. (Keine Angst, das hier ist kein Werbe- oder SEO-Spam-Artikel!) Soviel vorab: Die folgenden Infos und Ansätze treffen Nagel wirklich auf den Kopf! Aber lest selbst…

Gerade für viele Gastronomen und Hoteliers ein rotes Tuch:

Das Bewertungsportal mit Sitz in Hamburg entscheidet nicht nur bundesweit, welche Locations zu empfehlen und welche zu meiden sind. Oder vielmehr dessen User, die mal mehr und mal weniger objektiv einen Betrieb nach persönlichen Kriterien aus,- und bewerten. Dass dieses Portal oftmals auch durch Unternehmensvertreter strategisch genutzt wird, um die eigenen Bewertungen in die Höhe zu treiben und die Konkurrenz zu diskreditieren ist ebenso bekannt.

Trotz dieses Wissens (auch seitens der User) sind vor allem, aber nicht ausschließlich, oben genannte Gastronomen und Hoteliers in der Pflicht dieses Kommunikations-Tool aktiv zu nutzen und das aus folgenden Gründen:

1) Es wird sowieso ÜBER Sie geredet, dann doch besser MIT Ihnen:

Das geredet / geschrieben wird kann man nicht vermeiden. Dann ist es doch besser, wenn dies dort passiert, wo Sie noch aktiv Einfluss nehmen und Sachverhalte ggf. korrigieren oder klar stellen können. Wenn Sie diese Chance verpassen, bleiben die veröffentlichten Bewertungen unkommentiert und ggf. unkorrigiert stehen und manifestieren sich so im Bewusstsein der User.

2) Bewertungen reduzieren Unsicherheiten beim User:

Gerade Kunden, die noch nie mit Ihrem Betrieb in Kontakt gekommen sind, suchen nach Mitteln und Wegen, um die eigene Unsicherheit bzgl. Ihres Unternehmens zu minimieren. Dazu bedienen Sie sich idealerweise an Bewertungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Bleiben diese aus, werden Bewertungen von Personen herangezogen, die sich zumindest für dasselbe Thema interessieren, vorzugsweise und vermehrt natürlich im Internet. Und da ist Qype als größte Bewertungsplattform in Deutschland nicht nur aus Suchmaschinen-Sicht nicht mehr wegzudenken.

3) Belohnen Sie Ihre Gäste:

Damit ist jetzt in erster Linie keine materielle Belohnung gemeint, sondern eine emotionale. Man muss die Erstellung einer Bewertung mal aus der Sicht eines Users sehen:

User machen sich zunächst einmal die Mühe etwas zu schreiben, egal ob positiv oder negativ. Diese „Mühe“ sollte seitens der Unternehmen belohnt werden, indem darauf reagiert wird. Sie werden sehen, die bloße Befassung mit dieser Bewertung verstärkt den positiven bzw. schwächt den negativen Eindruck über Ihr Unternehmen. Der User fühlt sich ernstgenommen und sein Anliegen wird seriös behandelt. Allein diese Tatsache rückt Sie in ein positiveres Licht.

4) Positive Verstärkung ist nachhaltiger als negative Verstärkung

Diesen Effekt aus der Verhaltensbiologie und Psychologie kann man nutzen, um positive Erfahrungen mit Ihrem Unternehmen zu verstärken und sie so im Bewusstsein der User zu verfestigen.

Also nicht nur, wie es so oft praktiziert wird, bei negativen Kommentaren zu reagieren, sondern auch bei positiven. Glauben Sie mir, es lohnt sich!

Ein oftmals verbreiteter Irrglaube im Zusammenhang mit Qype ist, dass „die Leute eh nur was Negatives schreiben und wenn etwas gut war, wird darüber nicht gesprochen“.

Das stimmt nicht.

Bei Qype gibt es im Mittel genauso viele positive wie negative Bewertungen, so dass dieses Argument nicht herangezogen werden kann.

Eine weitere Taktik, die gern im Zusammenhang mit Qype genutzt wird, ist die einfache Ausblendung dieser Plattform. Wenn ich mich als Unternehmen nicht aktiv auf Qype bewege und Kommentare einfach ignoriere, wird es keine Auswirkungen auf mein Geschäft haben. Nach dem Motto: “Wenn ich meine Augen schließe, sieht man mich nicht“, ist diese Taktik von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Also liebe Unternehmen denkt daran:

Sie können nicht, nicht kommunizieren und die Meinungen über Ihr Unternehmen werden so oder so verfasst, ob sie wollen oder nicht.

Sie können nun an diesem „Spiel“ teilnehmen und aktiv mit Ihren Kunden kommunizieren oder sie können es weiterhin ignorieren und sich dann im Nachhinein wundern, warum Ihnen die Kundschaft ausbleibt.

Jetzt sind Sie am Zug!

Der Autor

Dominik Böcker ist Gründer der PIER 42 – Medienagentur Hamburg und Spezialist für individuelles, kreatives und nachhaltiges Social Media Marketing mit den Schwerpunkten Gastronomie, Hotelerie und Dienstleistungen im B2C Sektor.

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